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Kondensat­aufbereitung: ableiten, trennen, entsorgen.

  • Mit Rechner für deine Kondensatmenge
  • Zugelassene Öl-Wasser-Trenner, geliefert und gewartet
Öl-Wasser-Trenner
Öl-Wasser-Trenner in drei Baugrößen
Asset: Atlas Copco

Umwelt & PflichtenStand: 8 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • Jeder Kompressor saugt mit der Luft Wasserdampf an. Nach dem Verdichten und Abkühlen fällt er als Kondensat aus, oft Dutzende Liter am Tag.
  • Aus ölgeschmierten Kompressoren enthält es Öl und darf nicht unbehandelt in den Kanal. Es wird in einem zugelassenen Öl-Wasser-Trenner aufbereitet oder als Abfall entsorgt.
  • Niveaugesteuerte Ableiter leiten das Kondensat ohne Druckluftverlust ab. Zeitgesteuerte Ventile blasen dagegen oft teure Druckluft mit ab.
  • Ein Trenner arbeitet nur zuverlässig, wenn er passend ausgelegt, regelmäßig kontrolliert und gewartet wird.

Wie viel Kondensat anfällt

Wie viel Wasser die Luft tragen kann, hängt von ihrer Temperatur ab. Beim Verdichten wird das Volumen kleiner, beim Abkühlen im Nachkühler und Trockner kann die Luft das Wasser nicht mehr halten. Es fällt im Nachkühler, im Behälter, in den Filtern und im Kältetrockner aus.

Die Menge wird gern unterschätzt. Ein Beispiel aus einer Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt): Bei 30 °C, 70 % Luftfeuchte, 7 bar und Kältetrockner liefert ein Kompressor mit 2 m³/min rund 2,5 Liter Kondensat pro Stunde. Rechne es für deine Anlage aus:

Wie viel Kondensat fällt bei dir an?

Klima im Kompressorraum

31Liter pro Tag

Das sind rund 3,9 Liter pro Laststunde und 7,9 m³ im Jahr bei 250 Arbeitstagen. Diese Menge muss dein Öl-Wasser-Trenner sicher verarbeiten.

Berechnet wie in den Zulassungen der Öl-Wasser-Trenner: Die angesaugte Luft wird auf einen Drucktaupunkt von +3 °C getrocknet, alles Wasser darüber fällt als Kondensat an, vom Nachkühler bis zum Kältetrockner. Mit einem Adsorptionstrockner ohne Kältetrockner fällt spürbar weniger flüssiges Kondensat an, weil er einen Teil des Wassers als Dampf mit der Regenerationsluft abgibt. Die Werte gelten für Ansaugung auf Meereshöhe. Lege den Trenner für die heißeste Jahreszeit aus.

Im Sommer fällt deutlich mehr an als im Winter. Hersteller legen Öl-Wasser-Trenner deshalb nach Klimazonen aus, Atlas Copco etwa kühl mit 20 °C und 50 %, mild mit 25 °C und 60 % oder heiß mit 35 °C und 70 %.

Warum es nicht in den Kanal darf

Kondensat aus ölgeschmierten Kompressoren enthält Öl, oft fein verteilt oder emulgiert. Das Merkblatt des Landesamts für Umwelt Rheinland-Pfalz zu mineralölhaltigem Abwasser (Stand 2012) nennt Ölgehalte von 200 bis 5.000 mg pro Liter und stellt klar: Unbehandelt darf es nicht in Abwasseranlagen eingeleitet werden.

Die Grenzen setzt vor allem die Abwassersatzung deiner Gemeinde. Die Satzung der Stadt Ludwigsburg schließt zum Beispiel Öle, Fette und Öl-Wasser-Emulsionen ausdrücklich von der Einleitung aus. Damit bleiben zwei Wege:

  • Aufbereiten in einem Öl-Wasser-Trenner mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung des DIBt. In der Zulassungsprüfung hält das Ablaufwasser höchstens 20 mg Kohlenwasserstoffe pro Liter ein. Es ist für den Schmutz- oder Mischwasserkanal bestimmt, in ein Gewässer nur im Einzelfall nach Klärung mit der Wasserbehörde.
  • Entsorgen als gefährlicher Abfall über einen zugelassenen Entsorger. Bei den Mengen aus dem Rechner wird das schnell teuer.

Ob du die Aufstellung eines Trenners anzeigen musst und welche Werte am Kanal genau gelten, regeln Landesrecht und Satzung. Wir klären das vor der Installation mit dir.

Kondensatableiter: drei Bauarten

Bevor das Kondensat aufbereitet wird, muss es aus Nachkühler, Behälter, Filtern und Trockner heraus, ohne dass Druckluft mit entweicht. Dafür gibt es drei Bauarten:

BauartSo arbeitet erZu beachten
SchwimmerableiterEin Schwimmer öffnet mechanisch, wenn genug Kondensat ansteht.Wartungsintensiv und störanfällig durch Schmutz; mischt Öl und Wasser stärker durch.
Zeitgesteuertes MagnetventilÖffnet in festen Abständen für eine eingestellte Zeit.Bläst Druckluft ab, wenn gerade kein Kondensat ansteht.
Elektronisch niveaugesteuertEin Sensor misst den Füllstand und öffnet nur bei Bedarf.Kein Druckluftverlust; meist mit Funktionsüberwachung und Störmeldung.

Was ein Zeitventil kostet, zeigt ein Rechenbeispiel aus einem Fachbeitrag für die US-Initiative Compressed Air Challenge: Ein ¼-Zoll-Ventil, das bei rund 7 bar alle 3 Minuten für 10 Sekunden öffnet, verliert im Mittel etwa 6 m³ Druckluft pro Stunde, rund um die Uhr. Der Leitfaden Druckluft-Optimierung von EnergieSchweiz empfiehlt deshalb, Zeitventile durch niveaugesteuerte Ableiter zu ersetzen; am Nachkühler rechnet sich das nach etwa einem Jahr.

Elektronischer Kondensatableiter mit Kabel und Anschlüssen an einem Druckluftbehälter
Elektronisch niveaugesteuerter Kondensatableiter mit Testtaste und Störmeldung.Asset: Atlas Copco

So arbeitet ein Öl-Wasser-Trenner

Die Ableiter führen das Kondensat in einer Sammelleitung zum Trenner. Dort läuft es in mehreren Stufen durch:

  1. Druckentlastung: Das Kondensat kommt unter Druck an und wird in einer Kammer beruhigt, damit es nicht verwirbelt.
  2. Schwerkraft: Freies Öl ist leichter als Wasser, schwimmt auf und läuft in einen Ölauffangbehälter.
  3. Filterstufe: Ölbindende Filter, meist aus Polymerfasern, nehmen fein verteiltes Öl auf.
  4. Aktivkohle: bindet die letzten Ölreste, bevor das Wasser den Trenner verlässt.

Wie viel ein Trenner schafft, hängt nicht nur von der Kondensatmenge ab, sondern auch vom Kompressoröl. Vor allem Polyglykol-Öle und manche Synthetiköle bilden leicht stabile Emulsionen; Hersteller schließen sie teils aus oder verlangen andere Filtermedien. Darum gehören Liefermenge, Ölsorte, Laufzeit und Aufstellort in die Auslegung.

Einen Schritt weiter geht der BEKO QWIK-PURE, den wir häufig einsetzen. Er arbeitet aktiv: Statt das Kondensat nur der Schwerkraft zu überlassen, drücken leichte Druckluftimpulse es durch die Filterkartuschen. Die Kartuschen bleiben dabei ständig ganz mit Kondensat gefüllt, sodass sich auch in längeren Betriebspausen keine trockenen Grenzschichten oder Keime bilden. Die Steuerung zeigt die verbleibende Kapazität der Kartuschen und fällige Wartungen an und meldet Status und Alarme über Modbus an die Leittechnik. Wie andere Trenner ist er für Kondensat gedacht, das sich trennen lässt, nicht für stabile Emulsionen.

Aktiver Öl-Wasser-Trenner BEKO QWIK-PURE mit blauem Steuerkopf und vier schwarzen Filterkartuschen auf einer Bodenwanne
BEKO QWIK-PURE: aktiver Öl-Wasser-Trenner mit Druckluftimpulsen und Kapazitätsanzeige.Bild: BEKO Technologies

Wenn sich nichts trennt: Emulsionen

Bleibt das Kondensat auch nach Tagen milchig, liegt eine stabile Emulsion vor. Öl und Wasser trennen sich dann nicht mehr von selbst. Ursachen sind zum Beispiel stark emulgierende Kompressoröle, Reinigungsmittel oder Stoffe aus der Ansaugluft, etwa aus Beizen, Bädern oder Abgasen.

Ein normaler Öl-Wasser-Trenner ist dafür nicht gemacht: Seine Zulassung gilt für direkt abscheidbares Öl. Die Aktivkohle ist bei Emulsionen schnell gesättigt, und der Ablaufwert wird nicht mehr erreicht. Mögliche Wege:

  • Ursache beheben: ein anderes Kompressoröl oder ein anderer Ansaugort.
  • Emulsionsspaltanlage: Ein Trennmittel bindet das Öl zu Flocken, die ausgefiltert werden, oder eine Membran (Ultrafiltration) hält es zurück.
  • Entsorgung des Kondensats als Abfall.

Wartung und Betriebstagebuch

Die Zulassung eines Trenners gilt nur, wenn er nach Vorgabe betrieben wird. Typische Vorgaben aus den DIBt-Zulassungen:

WannWas
TäglichSichtkontrolle, Verstopfungsanzeige prüfen
WöchentlichWasserprobe am Ablauf ziehen und mit der Referenztrübung vergleichen; Ölauffangbehälter kontrollieren und bei drei Viertel Füllung tauschen
HalbjährlichWartung durch eine sachkundige Person, mit Wartungsbericht
Spätestens jährlichFiltereinsätze wechseln, früher bei trüber Probe oder erreichter Standzeit

Maßgeblich sind die Zulassung und die Betriebsanleitung deines Geräts.

Öl und Filter entsorgen

Was im Trenner zurückbleibt, ist gefährlicher Abfall und gehört zu einem zugelassenen Entsorger. Typische Abfallschlüssel nach der Abfallverzeichnis-Verordnung:

AbfallSchlüssel
Abgeschiedenes Öl aus dem Trenner13 05 06*
Verbrauchte Filtereinsätze und Aktivkohle15 02 02*
Unbehandeltes, emulgiertes Kondensat13 08 02*

Das Sternchen kennzeichnet gefährliche Abfälle. Die verbindliche Zuordnung legt der Entsorger fest.

So unterstützen wir dich

  • Auslegung: Wir berechnen deine Kondensatmenge aus Liefermenge, Laufzeit und Aufstellort und wählen den passenden Trenner.
  • Lieferung und Installation: zugelassener Öl-Wasser-Trenner, niveaugesteuerte Ableiter und Sammelleitung aus einer Hand.
  • Wartung: Kondensatableiter und Aufbereitung gehören bei uns zur Wartung deiner Druckluftanlage. Den Filterwechsel im Trenner verbinden wir mit dem Termin.
  • Vorab geklärt: Welche Werte am Kanal gelten, klären wir mit dir vor der Installation.

Mehr zu Filtern, Trocknern und Ableitern findest du bei der Druckluftaufbereitung.

Häufige Fragen

Fragen zum Kondensat.

Deine Frage ist nicht dabei? Ruf uns an, wir helfen dir direkt weiter.

07344 / 92889-0

Unbehandelt nicht. Kondensat aus ölgeschmierten Kompressoren enthält Öl, und die Abwassersatzungen der Gemeinden schließen Öle und Öl-Wasser-Emulsionen aus. Nach einem bauaufsichtlich zugelassenen Öl-Wasser-Trenner ist das Ablaufwasser für den Schmutz- oder Mischwasserkanal bestimmt. Welche Werte dort gelten, regelt die Satzung deiner Gemeinde.

Nein. Kompressorkondensat ist teilweise emulgiert, Abscheider nach DIN EN 858 trennen es in der Regel nicht ausreichend. Behörden-Leitfäden nennen den Anschluss von Kompressorkondensat an solche Abscheider ausdrücklich als Fehlanschluss.

Sobald die Wasserprobe so trüb ist wie die Referenz, die Verstopfungsanzeige anspricht oder die berechnete Standzeit erreicht ist. Typische Zulassungen verlangen den Wechsel spätestens nach einem Jahr.

Ohne Kompressoröl gibt es kein Öl abzuscheiden. Das Kondensat kann aber Stoffe aus der Ansaugluft enthalten. Ob und wie es eingeleitet werden darf, klären wir vorab mit dir und, falls nötig, mit dem Kanalnetzbetreiber.

Es ist gefährlicher Abfall, zum Beispiel Schlüssel 13 05 06* „Öle aus Öl-/Wasserabscheidern“. Verbrauchte Filtereinsätze gelten als verunreinigtes Filtermaterial. Beides gehört zu einem zugelassenen Entsorger; die genaue Zuordnung legt der Entsorger fest.

Dann liegt vermutlich eine stabile Emulsion vor, etwa durch das Kompressoröl oder Stoffe aus der Ansaugluft. Ein normaler Öl-Wasser-Trenner kommt damit nicht zurecht. Hilfe bringen ein anderes Öl, eine Emulsionsspaltanlage oder die Entsorgung als Abfall. Wir schauen uns das vor Ort an.

Wohin mit deinem Kondensat?

Wir rechnen deine Kondensatmenge aus, prüfen Ableiter und Trenner und sagen dir, was deine Anlage braucht.

Für die erste Einschätzung reichen Liefermenge, Kompressorart und Ölsorte.