Kurz gesagt
- Im Durchschnitt gehen 20 bis 30 Prozent der erzeugten Druckluft über Leckagen verloren. Bezahlt wird jede davon in jeder Stunde, in der das Netz unter Druck steht.
- Wie viel es bei dir ist, misst du mit der Behälter- oder der Laufzeitmethode, ganz ohne Messgerät. Der Rechner unten macht daraus Liter pro Minute und Euro im Jahr.
- Gefunden werden Leckagen mit Ultraschall, auch im Hallenlärm und im laufenden Betrieb.
- Weil laufend neue Leckagen entstehen, lohnt sich die Suche regelmäßig, nicht nur einmal.
Was Druckluft-Leckagen kosten
Druckluft ist eine der teuersten Energieformen im Betrieb: Der Kompressor wandelt den größten Teil des Stroms in Wärme um, nur ein kleiner Teil steckt am Ende in der Druckluft. Jede Leckage lässt den Kompressor länger laufen, auch nachts und am Wochenende, solange das Netz unter Druck steht.
Laut Umweltbundesamt verliert ein durchschnittliches Netz 20 bis 30 Prozent der erzeugten Druckluft. Unter 10 Prozent gilt es als sehr gut gewartet. Schon kleine Löcher summieren sich:
Was eine Leckage bei 6 bar kostet
| Loch-Ø | Energie / Jahr* | Kosten / Jahr** |
|---|---|---|
| 1 mm | ≈ 2.400 kWh | ≈ 480 € |
| 3 mm | ≈ 24.800 kWh | ≈ 4.960 € |
| 5 mm | ≈ 66.400 kWh | ≈ 13.280 € |
* bei 8.000 Betriebsstunden pro Jahr; Werte nach VDMA / Kampagne „Druckluft effizient“.
** Rechenbeispiel mit dem eingetragenen Strompreis (Vorgabe 20 ct/kWh). Eine Orientierung, keine Messung.
Wo Leckagen entstehen
Die Hauptleitung ist selten das Problem. Die meisten Leckagen sitzen am Ende des Netzes, dort, wo Schläuche bewegt, Kupplungen gesteckt und Geräte getauscht werden:
- Schnellkupplungen und Schläuche: verschlissene Dichtungen, poröse oder geknickte Schläuche, Schlauchschellen.
- Verschraubungen und Gewinde: an Abzweigen, Kugelhähnen und Übergängen zwischen Rohrsystemen.
- Wartungseinheiten: Filterregler und Öler mit undichten Behältern oder offenen Ablässen.
- Maschinen: Ventile, Zylinder und Pneumatikinseln, die auch im Stillstand Luft verlieren.
- Kondensatableiter: hängende Schwimmer oder zeitgesteuerte Ventile, die bei jedem Öffnen Druckluft mit abblasen. Mehr dazu im Ratgeber Kondensataufbereitung.
Leckagerate selbst messen
Bevor jemand sucht, lohnt ein Blick auf die Gesamtmenge. Beide Verfahren brauchen eine Zeit, in der keine Verbraucher Luft abnehmen, etwa eine Pause oder das Wochenende. Alles, was dann noch Druckluft verbraucht, sind Leckagen.
Behältermethode
- Alle Verbraucher abschalten, das Netz bleibt offen.
- Netz auf Betriebsdruck bringen und den Kompressor abschalten.
- Die Zeit stoppen, bis der Druck um 1 bis 2 bar gefallen ist.
- Leckage in l/min = Volumen von Behälter und Rohrnetz in Litern × Druckabfall in bar ÷ Messzeit in Minuten.
Laufzeitmethode
- Alle Verbraucher abschalten, der Kompressor bleibt an.
- Über eine längere Messzeit stoppen, wie lange er insgesamt unter Last läuft.
- Leckage = Liefermenge des Kompressors × Lastlaufzeit ÷ Messzeit.
Wie viel Druckluft verliert dein Netz?
600Liter pro Minute
Das sind 0,60 m³/min. Dafür arbeitet der Kompressor mit rund 3,6 kW. Bei 8.000 Stunden unter Druck sind das etwa 28.800 kWh und 5.760 € im Jahr.
Rechne das Volumen von Behältern und Rohrleitungen zusammen, sonst fällt die Leckage zu klein aus. Ein Druckabfall von 1 bis 2 bar reicht. Die spezifische Leistung steht im Datenblatt deines Kompressors. Das Ergebnis ist eine Abschätzung, keine Messung mit kalibriertem Gerät.
Die Laufzeitmethode taugt nur für Kompressoren, die zwischen Last und Leerlauf oder Stillstand schalten. Ein drehzahlgeregelter Kompressor läuft ständig mit wechselnder Leistung; hier zeigt eine Volumenstrommessung mit einem Durchflusssensor die Leckage direkt.
Leckagen orten mit Ultraschall
Ausströmende Druckluft erzeugt ein Rauschen im Ultraschallbereich, typisch um 40 kHz. Das Ohr hört es nicht, und Maschinenlärm liegt meist darunter. Darum finden Ultraschallgeräte Leckagen auch dort, wo man sein eigenes Wort nicht versteht, und ohne dass die Produktion anhalten muss.
- LeakCam 600: Die Akustikkamera von CS Instruments zeigt Leckagen als Farbfleck im Kamerabild. 64 Mikrofone erfassen mehrere Leckagen gleichzeitig, auch an Leitungen unter der Hallendecke, laut Hersteller aus bis zu 10 Metern Abstand. Ein Laser misst die Entfernung, das Gerät schätzt daraus Leckagerate und Kosten je Fundstelle.
- LD 500 und LD 510: Ultraschall-Lecksuchgeräte von CS Instruments für die Suche aus der Nähe, etwa an Maschinen und Wartungseinheiten. Laut Hersteller finden sie schon Leckagen ab 0,1 l/min.
- Lecksuchspray: für einzelne Verschraubungen, wenn klar ist, wo gesucht wird. Für ein ganzes Netz ist es zu langsam.

Druck senken, Netz absperren
Leckagen verlieren umso mehr Luft, je höher der Druck ist. Wird der Netzdruck von 9 auf 7 bar gesenkt, sinkt der Leckageverlust um rund 22 Prozent, und jedes bar weniger spart rund 8 Prozent Energie bei der Erzeugung. Bevor du den Druck senkst, prüfen wir, welchen Druck deine Maschinen wirklich brauchen und wo im Netz Druck verloren geht.
Ebenso einfach: Teile des Netzes, die nachts oder am Wochenende nicht gebraucht werden, mit einem Absperrventil vom Kompressor trennen. Dann speist er dort auch keine Leckagen.
So läuft eine Leckageortung bei uns
- Vorgespräch: Wir klären, welche Bereiche wir absuchen und ob wir vorher die Gesamtmenge messen.
- Suche im laufenden Betrieb: mit der LeakCam 600 im großen Raster, mit dem LD 500 an Maschinen und Wartungseinheiten.
- Markieren: Jede Fundstelle bekommt vor Ort einen Anhänger, damit sie bei der Reparatur schnell gefunden wird.
- Leckagebericht: jede Fundstelle mit Foto, Ort, geschätzter Leckagerate und Kosten pro Jahr, sortiert nach Größe. So siehst du, welche Reparatur sich zuerst lohnt.
- Reparatur: durch unseren Service oder deine eigene Instandhaltung.
- Nachmessung: Nach der Reparatur messen wir den Volumenstrom erneut. So ist die Einsparung belegt und nicht nur geschätzt.
Mehr zu Volumenstrom-, Druck- und Taupunktmessung findest du bei der Leckageortung und Druckluftmessung.
Quellen (Stand 26. Oktober 2026). Angaben zu Geräten sind Herstellerangaben.
- Umweltbundesamt, Potenzialstudie Fluidtechnik (2021): Leckageanteile, Energie je bar
- VDMA / Kampagne „Druckluft effizient“: Leckageverluste nach Lochdurchmesser bei 6 bar
- Fraunhofer ISI / EnergieSchweiz: Leckage bei Drucksenkung von 9 auf 7 bar
- CS Instruments: LeakCam 600, LD 500 und LD 510
